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Heimatpfad
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in Empfingen

Nachstehend finden Sie die einzelnen Stationen des Heimatpfades. 

Friedhofskapelle als Kriegerdenkmal

Für die im Zweiten Weltkrieg Gefallenen und Vermissten wurde in Empfingen nicht wie sonst üblich ein Kriegerdenkmal gebaut, sondern diese Kapelle. Im Altarraum befindet sich ein Verzeichnis der Gefallenen und Vermissten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Jedem Gefallenen wird heute noch an seinem Todestag mit der kleinen Glocke geläutet. An der Außenwand sind Grabtafeln für gefallene Soldaten befestigt. Der Friedhof entstand im Jahre 1826; zuvor war der Friedhof bei der Kirche. An der westlichen Begrenzungsmauer befindet sich die Skulptur „Auferstehung“ von Josef Henger. An der Aussegnungshalle steht „Die Passion“ von Hubert Bernhard. Auf der Grünfläche daneben sind sehr alte und kunstvoll bearbeitete Grabsteine zu sehen. Der Weg zum Friedhof – „Horber Weg“ war einst die Verbindungsstrecke nach Horb. Er führte durch das Gewann „Bildstöckle“, dem dieses Heiligenbildnis seinen Namen gab bis zum sagenumworbenen „Bodenlosen See“, der heute ein Biotop ist. Nach etwa 200 Metern steht links die Steinskulptur „Der gute Hirte“. Dieses Kunstwerk wurde von Hubert Bernhard geschaffen und von Julius Bauser gestiftet.

Getanzt und gefeiert - Der Tanzplatz

Hier wurde früher unter der großen Dorflinde gefeiert und getanzt. In diesem Zusammen- hang spricht man auch von der Sage vom Bodenlosen See, die besagt, dass mitten im Seewald, Waldgebiet in Richtung Horb-Dettensee, einst einmal ein Kloster gestanden habe. Die Nonnen aus diesem Kloster seien zum Tanzplatz gelangt und hätten dort ausgelassen mit den jungen Burschen getanzt. Auf Grund dieser Gottlosigkeit habe ein Blitzschlag das Kloster vernichtet. An dessen Stelle sei dann der „Bodenlose See“ entstanden. Als man im Jahre 1987 diesen Tanzplatz neu gestaltete, entdeckte man dabei einen aus dem 6. Jahrhundert stammenden Alemannenfriedhof. Unterhalb des Platzes wurde das Flurstück „In der Lehr“ ( Lehr= alter Begriff für Friedhof) benannt. Von 1874- 1974 stand dort auch das Gasthaus „Linde“. Die Renovierung der hier stehenden Fachwerkhäuser zeugen von einer gelungenen Dorfsanierung.

Empfinger Gärten

Der „Kendlis- Brunnen / „Kinder-Brunnen“ wird durch das Quellwasser aus dem „Klora-Loch gespeist, welchem man heilende Wirkung nachsagte. Hier befinden sich die sogenannten „Empfinger Gärten“,die früher als reine Obstanlagen und „Krautländer“ genutzt wurden. Die Kirschfrüchte dienten zur Schnapsgewinnung. Heute dienen diese Flurstücke zur Wochenendnaherholung. In westlicher Blickrichtung sind heute noch die Terrassenhänge des früheren Weinanbaus erkennbar. Im Wehrsteiner Weg wurde durch Pius Brändle ( Ölmühle) erneut eine Rebenkultur angebaut, die den heutigen edlen Tropfen „Wehrsteiner Stich" hervor bringt.

Im Winter lädt dieser Hang zum Schlittenfahren ein. In den Hopfengärten wurde im 19. Jahrhundert die wertvolle Pflanze für die Brauereien der örtlichen Gastwirtschaften angebaut. Der Flurname „Brühl“ weist auf ein Wiesengebiet hin, das ausschließlich in herrschaftlichem Besitz war und von den Fronleuten für die Herrschaften bewirtschaftet wurde.

Herrschaftlicher Dorfweiher

Dieser Platz wurde 1392 erstmals erwähnt. Früher war hier ein herrschaftlicher Dorfweiher angesiedelt, der von hohen Bäumen umzäumt war. 1819 ging dieser in den Gemeindebesitz über. Er diente der Gemeinde als Feuerlöschteich. 1841 wurde der Weiher teilweise aufgefüllt, da die Pflegekosten zu hoch waren. 1960 wurde er schließlich ganz entfernt. An der heutigen Bushaltestelle stand ursprünglich ein herrschaftliches  Gefängnishaus. Später nutzte man dieses als Waschhäusle. Pfarrer Josef Spißler wandelte das Gebäude 1847 in eine „Suppenanstalt“ um, um die Armen der Gemeinde zu speisen. Von 1842 bis 1953 wurde auf diesem Platz der  Viehmarkt abgehalten.

Von 1863 bis 1945 nutzte man das Gelände als Sportplatz, so dass der neu eingeführten Schulsportunterricht für männliche Schüler dort abgehalten werden konnte. In den 60-er Jahren diente der Platz als Festplatz. Heute befindet sich hier auch das Evangelische Gemeindehaus, das 1912 zunächst als Farren- und Hagenstall erbaut wurde und erst seit Mai 2000 als evangelisches Gemeindehaus genutzt wird. Schräg gegenüber befindet sich nun das Sänger- und Musikerheim, das man im Jahre 1951 als zusätzliches Schulgebäude zum bestehenden Schulgebäude erbaute. 1962 wurde das Gebäude von der „Vereinsgemeinschaft Empfingen“ zum Vereinsheim umgebaut und diente fast 40 Jahre lang als Fest- und Veranstaltungshalle.

Hauptwasserversorgung - Der Jörgenbrunnen

Die Quelle des Jörgenbrunnens stellt die Hauptwasserversorgung des Ortes dar. Sie speist sämtliche Dorfbrunnen per Deichelleitungen. Bereits 1562 ist sie im Wehrsteinischen Lagerbuch vermerkt. Der Ruheplatz mit dem Brunnen steht symbolisch für das Gewann „Jörgenbrunnen“, das 1998 zum Baugebiet erschlossen wurde. Diesen Brunnen schuf Steinmetzmeister Josef Hellstern. Die erste Industrieansiedlung begann im Jahre 1946 durch die Firma Bauser, die sich bis zum heutigen Tage mit der Produktion von Kontroll- und Zeitschaltuhren einen weltweiten Namen verschaffte. Gegenüber befindet sich die Mosterei von Albert Brändle sowie der Katholische Kindergarten, der im Jahre 1956 erbaut und im Jahre 1966 erweitert wurde. Zu Ehren der deutschfranzösischen Gemeindepartnerschaft erhielt der frühere Kindergartenweg im Jahre 1994 den Namen „La-Roche-Blanche-Weg“. Rechts des „La- Roche- Blanche- Weges befindet sich das Pfarrhaus, das 1967 erbaut wurde.

Schutzmantelmadonna & Der Kirchplatz

Hier befindet sich die Marienstatue bzw. die  Schutzmantelmadonna, die auch mit dem Titel „Rose ohne Dorne – Bitte für uns“ bezeichnet wird. Diese Statue schuf Hubert Bernhard und wurde von Julius Bauser gestiftet. Der Mäzen (Gründer des „Julius- Bauser- Stiftung“) ist auf der Statue selbst als eine Figur mit Brille und Schieblehre abgebildet. Das linke Gebäude hinter der Statue ist das Katholische Gemeindezentrum, das im Februar 1983 eingeweiht wurde. Der Festsaal bietet sich für Familienfeierlichkeiten und kirchliche Veranstaltungen an. Einst gehörte das Gebäude zu einem Lehenhof der Sulzer Grafen. Von 1841 bis 1940 war es das Gasthaus Bären mit Brauerei. Nachdem die Gastwirtschaft aufgegeben wurde, nutzten verschiedene Firmen die großzügigen Räumlichkeiten als Fertigungsstätte. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht noch das „alte Pfarrhaus“ von 1841, welches heute ein Wohnhaus ist. Zum Pfarrhaus gehörte einst auch die Pfarrscheuer, die heutigen Garagenplätze.

Links davon stand bis 1855 das Gasthaus Löwen. Im Haus mit den großen Schaufenstern direkt gegenüber (ehemals „Elektro Henger“) war das erste Kaufhaus untergebracht. Bürgermeister und Kaufmann Johann Nepomuk Brändle betrieb dieses Geschäft seit 1846. Sein Sohn Otto Friedrich zog 1896 nach München und vermachte das Haus der Kirche, mit der Auflage die barmherzigen Schwestern des Vinzentinerordens einziehen zu lassen. Später nutzte man das Gebäude als Nähschule und 1895 entstand hier der erste Kindergarten. Die frühere Ortsgrenze befand sich ca. 30 Meter westlich des Fussgängerüberwegs und war das „Obere Tor“. Das „Untere Tor“ befand sich in Gegenrichtung ca. 50 Meter nach der Metzgerei Blocher. Die Tore wurden 1792 entfernt. Bis 1960 stand auf der Grünfläche zur Straßenseite hin der achteckige gusseiserne Kirchenbrunnen.

St. Georgskirche

Die St. Georgskirche von 1858 wurde im neuromanischen Stil von Baumeister Laur aus Sigmaringen erbaut. Der Kirchenpatron St. Georg steht für den Drachentöter. Die Urkirche, ursprünglich der Mutter Gottes geweiht und der Herrschaft Reichenau gehörend, stammte aus dem 11. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert baute man diese zum Schutz der Bevölkerung gegen fehdeführende Adlige zur Wehrkirche um. Deshalb befinden sich am Kirchturm Schießscharten. Standort der Kirche war zur Südseite hin versetzt. Am Kirchturm sieht man heute noch den Bogenfries des Chorraumes des alten Kirchenschiffes. Am Sakristeieingang sind sog. Spolien angebracht, die aus dem 11. und 12. Jahrhundert von der altern Kirche her stammen. Frühchristliche Symbole geben Hinweise auf die Reichenauer Herrschaft. Das eingemauerte Wappen der Geroldsecker deutet auf die Besitzer der Kirche, den Patronatsherren, hin. Der Turm stammt aus dem 15. Jahrhundert. An der Ostseite des Turmes ist ein sog. Maßwerkfenster im gotischen Stil eingearbeitet. Bis 1826 war der Friedhof an der Kirche bzw. im jetzigen „Kirchhof“ untergebracht bevor er an den heutigen Standort verlegt wurde.

Mit dem Bau des Rat- und Schulhauses vom Jahre 1841 wurde dieser Bereich als Schulhof genutzt. An der Kirchenmauer sind aus dem 18. Jahrhundert stammende alte Grabsteine eines Lehrers sowie eines Pfarrers angebracht, die als letzte Überreste des alten Friedhofes vorhanden sind. Daneben hat ein Sühnekreuz aus dem 15. Jahrhundert seinen Platz gefunden. Auf der Südseite der Kirche, zum Rathaus hin wurde 1905 das Kriegerdenkmal der Kriegsteilnehmer von 1864-66 und 1870/71 errichtet. An der Nordseite des Kirchenschiffs zur Hauptstraße hin steht im Gegenzug das Denkmal der Kriegsopfer von 1914-1918.

Marktrecht seit 1406

1841 wurde das Gebäude als Rat- und Schulhaus erbaut. Seit 1963 wird es ausschließlich als Rathaus genutzt. Bis 1994 war in den unteren Räumen das Feuerwehrmagazin untergebracht. Das neue Feuerwehrgebäude befindet sich jetzt am Ortsausgang rechts in der Horber Straße. Bis in die 50-er Jahre hieß der Vorplatz Marktplatz. Dort wurden auch ursprünglich die Jahrmärkte durchgeführt, bis er verkehrsbedingt in die Bachgasse und dann auf den Weiherplatz verlegt wurde. Seit 1406 besteht das Marktrecht. In die Südwand des Rathauses ist eine Sonnenuhr, ein Geschenk der Partnergemeinde La Roche Blanche, eingearbeitet. Auf dem Parkplatz gegenüber der Hauptstraße stand noch bis 2004 die letzte traditionsreiche Gaststätte– die „Krone“.

Ehemaliger Königshof

Hier befand sich ein ehemaliger Königshof, der bis 1356 im Besitz des Klosters Reichenau war. Die Hofanlage verfügte über mehrere Gebäude und eine Taverne. Die rechteckige Form des Innenhofes erinnert noch an die große Hofanlage. Das älteste Gebäude aus dem Jahre 1574 wurde erst 1994 abgerissen. Heute befindet sich an dieser Stelle das altengerechte Wohnheim „Haus im Kehlhof“ und seit Juli 2006 das Pflegeheim. Das hohe Fachwerkhaus ( Kehlhof 13) aus dem Jahre 1698 ist ein Baudenkmal. 1995 von Anton Deuringer erworben und detailgetreu restauriert. Die ehemalige Zehntscheuer wurde 1737 vom Fürsten Friedrich von Hohenzollern ( 1715- 1769/ Hohenzollern- Sigmaringen) erbaut. Über dem Portal befindet sich das Fürstenwappen mit Sigmaringer Hirsche/ hohenzollerische Erbkämmererstäbe im Herzschild. Hier musste bis zum Jahre 1861 für die Obrigkeit der „Zehnte“ abgeliefert werden. 1862, nachdem die Zehntscheuer in Gemeinde- besitz überging, wurden zwei Seitentore für Schafställe eingebaut.

Die restlichen Gebäude dienten als Lagerraum für Gemeindeeigentum. Heute befindet sich darin das Heimatmuseum. Nordwestlich des linken Nebengebäudes befand sich der „Fruchtkasten“. Hier wurde das gedroschene Getreide gelagert. Spätere Nutzung als Pferdestall, nach dem Umbau von 1881 entstanden hier Lehrer- und Arztwohnungen. In den 70-er Jahren renovierten einige Empfinger Vereine das Gebäude und nutzten es als Lager- und Sitzungsräume. Im unteren Gebäudetrakt wurde das „Dorfschmiedemuseum“ eingerichtet. Der Eingang ist von der Schanzgasse her. Die letzte Schmied von Erhard Schweizer sen. ( bis 1983) wurde im Jahre 1991 im Originalzustand hier wieder aufgebaut und als Dorfschmiede- museum eröffnet.

Der ursprüngliche Standort bis 1989 war bei der heutigen Kreissparkasse, gegenüber dem „Hirsch-Areal“. In den oberen Räumen befindet sich heute die Musikschule und im Erdgeschoss hat der Empfinger Volksmusiker Hubert Deuringer ein Musikarchiv eingerichtet. Vor dem Gebäude ist der „Steinerne Geschichtsgarten“ angebracht. Er beherbergt alte Grenzsteine der Empfinger Gemarkung mitsamt einer Steintafel, auf der die ehemaligen Standorte aufgezeichnet sind. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befanden sich zwei Küferwerkstätte.

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